Einheit
Mensch und Pferd

Trainerin Im Sinne des Pferdes

Ein neuer Pferde-Lebens-Abschnitt beginnt: Ich habe am 22. September die dreijährige Trainerausbildung bei Simone Carlson abgeschlossen … Gelegenheit einmal zurückzuschauen, kurz nur und voller Dankbarkeit und dann geht es wieder nach vorn, zu neuen Zielen, Ideen und Herausforderungen:

Drei Jahre Trainerausbildung bei Simone Carlson (Im Sinne des Pferdes) sind zu Ende gegangen, unglaublich intensive Jahre, die mich so Vieles über Pferde gelehrt haben, über meine beiden rohen Jungpferde Arwen und Andrej, mit denen ich die Ausbildung durchlief, vor allem aber auch über das Wesen des Pferdes. Letzteres mag hochgestochen klingen, ist aber – rückblickend – genau das Besondere der Arbeit von Simone. Nicht nur in der freilaufenden Bodenarbeit, sondern auch in der scheinbar rein physischen, gymnastizierenden Arbeit oder gar beim Reiten forderte Simone mich wieder und wieder auf: „Achte darauf, wie sich Dein Pferd dabei fühlt“, „präsentiere Deinen Vorschlag besser, so dass ihn das Pferd besser zu seinem eigenen machen kann“, „wo ist es mit seinen Gedanken?“…

Neben einigem Handwerk, lernte ich so – nach und nach (denn es ist unglaublich anstrengend, das Innere des Pferdes bei allem eigenen Tun so im Fokus zu behalten) – wie und was das Pferd denkt, was seine Gefühle bestimmt und wie ich darauf zu seinem Wohl Einfluss nehmen kann. Manchmal brachte mich diese zentrale Anforderung in Simones Ausbildung an meine Grenzen (als ob mich jemand bitten würde vierhändig Klavier zu spielen, wo ich doch nur zwei Hände habe), an dieser Grenze aber nicht zu verzweifeln, auch das gelang mit Simones Verständnis, Geduld und Anfeuerung. Da stand ich nun all die Jahre mit zwei Jungpferden, die interessanter (schwieriger!) und unterschiedlicher (gegensätzlicher!) kaum sein konnten: beide um die 800 kg schwer (naja), Arwen mit Weltherrscherallüren und gleichzeitigem dringendem Wunsch nach Führung, die sich schon mal in explosiver Aggressivität (mit etwas Glück nur Frustration) äußern konnten und Andrej mit einer Riesen Portion Charme gepaart mit Bequemlichkeit, die ihn zunächst jeden meiner Vorschläge mit einem „Bist Du sicher, Mädel?“ herablassend quittieren ließen. Wir haben uns durchgebissen, zusammengerauft, sind uns sehr nahe gekommen und sind zusammengewachsen.

Wenn ich heute Andrej zum Training von der Weide hole, galoppiert er auf Zuruf heran (ohne je ein Leckerli bekommen zu haben) und Arwen arbeitet fast immer geduldig und ehrgeizig und kann ihre Prinzessinenallüren zügeln. Am Ende einer solchen Ausbildung stünde große Wehmut, wenn ich mich nicht schon auf die kommenden Jahre des weiteren Lernens und der Zusammenarbeit mit Simone Carlson freuen dürfte.

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