Einheit
Mensch und Pferd

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Die Menschen

Elma Esrig

Ich habe an der Hochschule für Philosophie in München studiert und mit dem Magister in Anthropologie und Ästhetik abgeschlossen. Von 1993 an unterrichtete ich Schauspiel und Regie an der Athanor Fachakademie für darstellende Kunst.

Mit meinem Pferd Kara, mit der ich diesen Weg begann, besuchte ich verschiedene Seminare und Kurse, zuerst nach Parelli, bei Judith Mauß und schließlich bei Simone Carlson. Ich durchlief die Ausbildung zur „Via Equi Pferdetrainerin“ bei Brigitta Wackerl und bilde mich zur Zeit bei Simone Carlson mit meinen zwei Jungpferden Andrej und Arwen weiter aus. Simone ist eine wunderbare Trainerin: leidenschaftlich, aber mit kühlem Kopf, humorvoll und zugleich immer ernst bei der Sache, klar, ohne verletzend zu sein, fordernd und dabei unendlich geduldig.

Faszinierend ist für mich die Möglichkeit in einen wirklichen Dialog mit einer anderen Spezies zu treten, einer Spezies, die zwar nicht-menschlich und damit „fremd“ ist und uns doch zugleich so nahe zu stehen vermag, wie kaum eine andere. Dabei erscheint mir die Fähigkeit, die Antworten des Pferdes zu verstehen, mindestens so wichtig wie unsere Befähigung, ihm unsere Ideen mitzuteilen. Je klarer und verständnis­voller wir dabei sind, desto mehr rückt das Thema der „Durchsetzung“ unserer Vorschläge in den Hintergrund, so kooperativ sind diese Wesen mit demjenigen, der ihnen zuzuhören und sie anzusprechen vermag.

Manfred Antesberger

Mein Mann Manfred ist Schauspieler von Beruf, aber „Sachenbauer“ aus Berufung. Er hat unseren denkmalgeschützten Vierseithof zu einem wunderschönen Ort gemacht, der allen Bewohnern, Gästen und Tieren bleibend oder zeitweise eine beglückende Zeit schenkt. Sei es das Renovieren dringend benötigter Gebäude, wie z. B. der Offenstall oder die Boxen der Gastpferde, seien es große oder kleine Meisterstücke wie Tore, Türen, Geländer und Möbel – er verleiht dem Frühbeshof das Gesicht, das dem Geist des Lebens und der Arbeit hier entspricht. Da Manfred keine eigene website hat (und will), erlaube ich mir, seine Arbeit hier ausführlicher vorzustellen:

Der Gedanke, eine Manufaktur für „Lebensgegenstände“, für schöne, gut erdachte, langlebige und individuell gestaltete Dinge des Lebens zu gründen, entstand aus der von vielen Seiten geäußerten Bewunderung für die Arbeiten, die mein Manfred im Zuge der Restaurierung am Hof geschaffen hat. Nicht nur Besucher, sondern auch Verantwortliche der Denkmalpflege waren immer wieder begeistert, mit wie viel Gespür für Ästhetik des Bauwerks, aber auch wie eigentümlich und individuell er Scharniere, Tore, Türen, Geländer, aber auch Möbelstücke und Wohnobjekte der Atmosphäre eines Ortes angepasst entstehen ließ.

Der Gedanke, der ihn hier leitet, ist in sehr guter handwerklicher Qualität individuelle Einzel­stücke in Kompositionen vornehmlich aus Holz, Eisen und Leder zu gestalten, welche ungeachtet ihres „Nutzens“ zugleich eine eigene natürliche Wertigkeit besitzen.

Es sind im eigentlichen Sinn „Lebensgegen­stände“, d.h. Dinge des Gebrauchs, die Unikate darstellen, genau wie die Person, die sie verwendet. Diese Unikate werden mit größter handwerklicher Sorgfalt hergestellt, so dass sie mit dem Älterwerden immer schöner und durch die Gebrauchsspuren des Besitzers immer individueller werden. Darüber hinaus zeichnen sich die so hergestellten Lebensobjekte dadurch aus, dass die ästhetischen Fähigkeiten der Natur in den Konzipierungs- und Herstellungsvorgang einbezogen werden. Das natürliche Gewachsensein eines Holzes, die eigene Beschaffenheit von Leder, die Farbgebung durch Öle etc. sind wesentliche Merkmale der Einzelstücke. So werden aus unserem Forst- und Obstbaumbestand sorgfältig jene Hölzer, Äste und Wurzeln entnommen, die dem jeweiligen Objekt seine besondere Prägung verleihen.