Kentaur Pferdetraining

Einheit
Mensch und Pferd

Coaching für Schauspieler

Sensibilisierungstraining für darstellende Künstler

Mit meiner fast 25jährigen Erfahrung als Schauspiellehrerin habe ich unter Einbeziehung der Kommunikation mit Pferden eine eigene Methode des Trainings für darstellende Künstler entwickelt: für Schauspieler, Regisseure, Tänzer und Choreografen, die entweder schon im Beruf oder noch in der Ausbildung stehen.

Schon bald stellte ich mir in meinem Unterricht mit Schauspiel- und Regieschülern die Frage, wie sich die Absicht der Figur wirklich innerlich im Darsteller manifestieren kann. Wie kommt man vom intellektuellen WISSEN oder VERSTEHEN zum HABEN der Absicht, letztlich zum SEIN DER FIGUR? Der Übergang schien mir zunächst mysteriös, allein eine Frage der Begabung und damit in hohem Grad der gezielten Einwirkung des Darstellers selbst, aber auch der des Regisseurs oder des Dozenten entzogen. Damit in einem zunächst nur vermuteten Zusammenhang stand eine weitere Frage: Wie kommt es zu jener eigentümlichen PRÄSENZ auf der Bühne? Auch diese nur eine Sache der Natur oder der gegebenen Befähigung des Schauspielers?

Natürlich gibt es im Bereich der darstellenden Kunst eine Reihe von Übungen, mal improvisatorischer, mal rein körperlicher oder psychologischer Art, welche den Weg vom Intellekt zur Empfindung, oder richtiger: zum Erleben des Darstellers anreizen – ganz zu schweigen von verschiedenen Techniken, welche auf das innere Erleben verzichten und sich auf den gekonnten Ausdruck der Absicht konzentrieren.

Parallel zu meiner Arbeit als Dozentin für Schauspiel und Regie arbeitete ich seit 2008 in der Ausbildung von Pferden. Eine Ausbildung, die mehr und mehr die natürliche Kommunikation gegenüber einem konditionierten Funktionieren in den Fokus nahm.

Und hier, in dieser parallelen Arbeit, entstand schließlich eine überraschende Brücke zwischen der rein körpersprachlichen Verständigung mit den Pferden und den oben genannten entscheidenden Fragen in der Ausbildung von Darstellern: es zeigte sich die Möglichkeit, Absichten mittels energetischer Haltungen (in bestimmten korrekten Positionen zum Pferd/Partner) und in punktgenauen Veränderungen konkret EINZUNEHMEN. Die Wahrnehmbarkeit und damit Echtheit dieser selbst-gesteuerten mental-körperlichen Haltungen zeigten die Pferde deutlich an.

Das Ergebnis eines solchen Trainings war schließlich nicht nur die Fähigkeit, Absichten für sich und andere spürbar einzunehmen, sondern auch eine beeindruckende Steigerung der persönlichen Präsenz – im „Arbeitsraum“ der Übungen (vergleichbar der Bühne).

Auf diesen Erkenntnissen beruht mein pferdegestütztes Training, das ich für alle Sparten der im weitesten Sinne Darstellende Kunst (Schauspiel, Regie, Sprecher, Tanz, Performance, Choreografie etc.) anbiete. Mittels des unverstellten Feedbacks der Pferde eröffnet sich dem Trainierenden ein neuer Bereich, das ERLEBEN einer Situation und einer Absicht bewußt herzustellen und seine persönliche Präsenz in einer Interaktion zu schärfen.

Pferdegestütztes Coaching

Mein Sensibilisierungstraining unter Beteiligung eines Pferdes stützt sich auf die spezielle Natur dieser Lebewesen:
Pferde besitzen keine (oder kaum eine) Sprache der Lautäußerungen. Als Flucht- und Beutetiere ist ihre Natur darauf ausgerichtet, sich ohne verräterische Laute, die Feinde anlocken können, in Sekundenschnelle zu verständigen. Als Herdentiere muss diese Verständigung blitzartig , unmittelbar und unmissverständlich auf eine gewisse Distanz hin geschehen.

Das macht diese Spezies zu Meistern der Kommunikation mittels Energie (energetische Haltungen des Körpers), Position (zu einem anderen Körper) und Timing (Millisekunden genaues Verändern von Energie und Position).
Daher sind Pferde für uns Menschen hervorragende Lehrmeister in eben diesen mentalen und körperlichen Vorgängen:
Wir entdecken die Steuerung der Energie des Körpers (jenseits der vereinfachten Vorstellung Energie = Bewegung, Entspannung = Ruhe) in allen Nuancen der Stärke, aber auch in ihren unterschiedlichen Qualitäten.

Wir experimentieren mit unterschiedlichen Positionen, die wir im Raum und zum Pferdekörper hin einnehmen und lernen die Auswirkung auch minimalster Positionsänderungen kennen, da die Reaktion des Pferdes sie in ihrem Unterschied vergrößert und damit verdeutlicht.  Wir beginnen unsere Energie punktgenau zu verändern, und zwar in Abhängigkeit von der Reaktion des Partners Pferd. So entsteht ein Dialog, in dem der Darsteller seine Energie und seine Position permanent der Aktion des Gegenübers anpassen muss.

Ein solches Training ermöglicht die Eröffnung eines ganz neuen Raumes für körperlichen Ausdruck: noch vor jeder expliziten Körper-„Geste“ liegt ein riesiges Meer an unmittelbarer energetischer Aussage, die es aktiv zu formen und einzusetzen gilt.

 

Stimmen und Erfahrungen der Teilnehmer

 

Mich hat beeindruckt wie schnell man beim Training alte Muster ablegt und sich durch die Arbeit mit den Pferden eine neue Sprache erarbeitet.
Das Pferd gibt einem jeden Tag eine neue Chance Klarheit zu finden und zu bemerken, wann eine Absicht wahrhaftig ist.
Als Schauspielerin sucht man nach einer starken Präsenz, freut sich über überraschenden Momenten auf der Bühne. Auch Pferde bekommt man so auf seine Seite, das macht große Freude.
Mit der richtigen Intention kann ein ein leichtes Bewegen der Hand eine Spannung verändern. Alles was man tut hat Bedeutung, mit Pferden, auf der Bühne und vor der Kamera.
Die Grundlage des respektvollen Umgangs mit allen, ob Pferd oder Mensch macht diesen Kurs zu einer wunderbaren Erfahrung.
Philipe Sch., 3. Jhg. HfS Ernst Busch, Schauspiel


Wäre mein Gehirn ein Rechner, bräuchte es eine ziemlich starke Kühlleistung. Andauernd müssen neue Informationen gespeichert und verarbeitet werden, gerade als Schauspieler*in. Nicht jede Information möchte deshalb immer neu gelesen und ausgerechnet werden, darum greift mein Gehirn zu einem Trick: Es liefert mir nur die bereits gerechneten Vorschaubilder, statt mein gesamtes Wahrnehmungspotential anzusteuern. Auf meinem Weg zur S-Bahn werden neue Ampelaufkleber und Abgasgerüche, oder ob der Landwehrkanal schneller oder langsamer fließt, zuverlässig herausgefiltert. Die sensible Arbeit mit Elma zwingt einen dazu, auf genau dieses Wahrnehmungspotential zurückzugreifen, um intuitiv und durchlässig auf die Pferde zu reagieren. Diese Durchlässigkeit ist im übertragenen Sinne vor allem interessant fürs Schauspiel, das ja auch davon lebt, jede Wiederholung frisch und sensibel zu erleben.
Daniel W., 3. Jhg. HfS Ernst Busch, Schauspiel


Wir wussten nicht so richtig, was kommen würde, als wir in Passau angekommen sind – dass es nicht primär um’s Reiten ging und dass Elma eine Methode entwickelt hat, schauspielerische Arbeit und Pferdetraining zusammenzubringen. Das leuchtet schnell ein – bei beidem geht es viel um direkte, nonverbale Kommunikation, um Impulse und Reaktionen und das Treffen von klaren Entscheidungen.
Elmas Ansatz, nicht über eine Konditionierung der Pferde, sondern letztlich über eine “gefüllte Geste” zu gehen, lässt sich perfekt auf das Schauspielen übertragen – wobei Elmas Pferde die ehrlichsten Spielpartner*innen überhaupt sind: Ist der Gedanke klar, ist auch die Verbindung da; fehlt der eigene Entschluss oder ist er uneindeutig, bricht sie ab; ist die nächste Entscheidung wieder klar, wird sie genauso unmittelbar wieder aufgebaut.
Ich habe viel durch das gegenseitige Zuschauen gelernt – von außen betrachtet konnte ich oft viel besser begreifen, was funktioniert und was nicht und warum, als wenn ich an der Reihe war; und das wiederum konnte gleich anwenden, wenn ich das nächste mal dran war.
Davon einmal abgesehen, hatten wir eine wunderschöne Zeit mit Elma, ihrer Familie und den Tieren auf dem Hof. In der Hängematte in der Sonne oder beim Grillen im ältesten Kirschgarten Niederbayerns (war das nicht so?) oder am See hatten wir viel Raum, alle Eindrücke sacken zu lassen und einfach eine richtig schöne Zeit verbracht.
Elmas Workshop hat viel Lust gemacht, das Gelernte zu vertiefen, weiter zu arbeiten und die Pferde (und sich selbst in der Arbeit mit ihnen) besser kennenzulernen und ich hoffe sehr, dass wir nächstes Jahr wiederkommen können.
Alina W., 2. Jhg. HfS Ernst Busch, Schauspiel


Ich kann sagen, dass sich mir durch die Arbeit mit den Pferden eine mir noch gänzlich unbekannte Art der Wahrnehmung eröffnet. Energie, Position und Timing, die drei womöglich essentiellsten Begriffe für die Arbeit mit dem Pferd, die Elma uns schon vorweg mit auf den Weg gab, haben nun auch in der Arbeit auf der Bühne eine greifbarere Bedeutung gewonnen. Das Schöne ist, das eine Art intuitives Wissen dazu schon in uns allen zu schlummern scheint und durch Elmas sanfte, gekonnte Führung und mithilfe der Pferde, die wie ein stets ehrlicher “Spiegel” aufzeigen, was noch zu tun bleibt, zum Vorschein kommen kann.“
Julia S., 3.Jhg. Schauspiel


Die Arbeit mit den Pferden hilft mir enorm, da ich mit meinem Körper und mit meinen Impulsen sehr konkret und einfühlsam auf die Pferde eingehen muss.
Es fängt schon beim Gedanken an.
Das Pferd reagiert auf mich und umgekehrt-wir kommunizieren und das ist die Essenz der schauspielerischen Arbeit.
Sarah P., 3.Jhg. Schauspiel


Das Arbeiten am Pferd unter der Führung von Elma ist für mich viel mehr ein Arbeiten mit dem Pferd als Partner bzw Spielpartner.
Ich empfinde es als ein Bewusstmachen meiner und als Aufzeigen von Möglichkeiten, die ich von Natur aus in mir habe.
Es ist für mich ein ständiges Lernen durch Fordern fernab von Überfordern.
Ich finde, man wird in hohem Maße auf das Kommunikations- und Wahrnehmungsvermögen des Körpers aufmerksam gemacht – als solches, dass ich die Freiheit habe, diese selbst zu entdecken und dabei zu verinnerlichen.
Das Miteinander wird für mich durch das nonverbalen Kommunizieren von Absichten und deren Ausführung durch das Pferd definiert.
Josephine G., 2. Jhg. Schauspiel


Als ich im ersten Jahr meiner Schauspielausbildung erfuhr, dass wir auch Pferdesenisibilisierung haben, freute ich mich sehr, auch wenn ich mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen konnte. 
Ich ging zunächst davon aus, dass es sich hierbei um normales Reiten handeln würde. Ich selbst reite seit vielen Jahren und war deshalb freudig gespannt.
Doch bereits nach der Einführung durch Elma Esrig war mir klar, dass Pferdesensibilisierung mit dem Reiten, wie ich es kannte wenig zu tun hatte. Es geht viel mehr darum, seine Absichten völlig klar in den Geist und somit auch in den Körper zu bekommen, um das Pferd, dazu zu bewegen, auf einen zu reagieren und zu folgen.
Nun bin ich im dritten Jahr meiner Schauspielausbildung und somit auch im dritten Jahr Pferdesensibilisierung. 
Mir persönlich hat die Arbeit mit den Pferden auch für mein Spiel sehr viel gebracht. Ich fühle ein starke und funktionierende Verbindung zwischen meinem Körper und meinem Geist. Das Vertrauen, dass wenn meine Absichten (bspw. das Pferd seitwärts oder rückwärts zu schicken) klar ist, dies auch von alleine in meinen Körper geht und ich somit ein Pferd, dass ich nicht durch Worte überreden kann mir zu folgen, gerne meinen Vorschlägen folgt.
Mit den Pferden zu arbeiten macht einen auch im Hinblick auf das eigene Reaktionsvermögen wacher und schneller. Man lernt auf die Körpersprache eines anderen zu schauen und rasch zu reagieren. Ein wichtiger Punkt auch beim Spielen. Auch das Selbstvertrauen, das man dadurch gewinnt, dass einem ein so großes und starkes Tier, einfach nur durch klare Körpersprache und vor allem Absichten folgt, ist unglaublich wertvoll.
Elma erklärt ihre Arbeit stets, geduldig und anschaulich und man spürt die tiefe Verbundenheit zwischen ihr und ihren Tieren. Sie lässt einen selbst ausprobieren, andere bei der Arbeit beobachten und zeigt auch selbst einiges. Eine bereichernde Arbeit, in jeder einzelnen Stunde, die man auf ihrem Hof bei der Arbeit mit den Pferden verbringt.
Das ganze heißt zurecht Pferdesensibilisierung, man lernt sensibler zu werden, im Bezug auf sich selbst und die Signale, die man durch seinen Körper nach außen sendet. Man lernt andere zu beobachten und auch in deren Körpern zu lesen und zu guter Letzt wird eben auch die Reaktionsfähigkeit geschult.
Eine wertvolle Arbeit und ich bin froh, dass ich davon im Rahmen meiner Schauspielausbildung profitieren darf.
Ivy L., 3.Jhg. Schauspiel


Die pferdegestützte Sensibilisierung unter Elma Esrig hat mir persönlich sehr viel bedeutet und in meinen Augen vor allem zweierlei bewirkt: Einerseits die physische Sensibilisierung, mein eigener Umgang mit meinem Körper, wie aussagekräftig meine Körpersprache trotz minimaler Bewegungen oder Haltungen sein kann und andererseits, den sehr spannenden Aspekt der mentalen Sensibilisierung: Die Macht eines Gedanken oder einer Absicht und wie mein Körper automatisch meine Gedanken in Haltung und Körpersprache umsetzen kann. Auf schauspielerischer Ebene ist das ein handwerkliches Mittel auf das ich nicht mehr verzichten möchte, aber nicht nur das: Ohne die Sensibilisierung mit Pferden wäre mir diese Stärke eines Gedanken und die Aussagekraft meines Körpers vermutlich nie so bewusst geworden, da Pferde jede Kleinigkeit wahrnehmen, selbst wenn man gedanklich einfach nur unsicher ist. Zum Beispiel war für mich die Tatsache, dass man Autorität und Präsenz nicht über Kraft, sondern lediglich über den Gedanken und die richtige Haltung ausdrücken kann, eine erstaunliche Erkenntnis. Des Weiteren ist die Arbeit mit Pferden ein Ruhepol und eine Möglichkeit zu sich zu finden und sich voll und ganz nur auf sich selbst und das Pferd zu konzentrieren und alles andere auszublenden, sodass die Kommunikation über die Körpersprache im Vordergrund steht, da der Körper viel mehr auszudrücken vermag, als es uns mit Worten möglich ist.
Tonja G., Absolventin Schauspiel 2017